____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Korykos
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
36.46527777777834.154166666667coordinatesKoordinaten: 36° 27âČ 55âł N, 34° 9âČ 15âł O
Korykos (altgriechisch ÎÏÏÏ
ÎșÎżÏ, lateinisch Corycus) war eine antike Stadt an der KĂŒste Kilikiens. Sie lag beim heutigen tĂŒrkischen Ferienort Kızkalesi im Bezirk Erdemli in der Provinz Mersin. Der Ort ist seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. bekannt und gehörte zunĂ€chst zum Seleukiden-, dann zum Römischen Reich. Nach einer unruhigen Zeit unter der Kontrolle der kilikischen Piraten war der Ort unter byzantinischer Herrschaft und blĂŒhte in christlicher Zeit wirtschaftlich auf. Im 10. und 11. Jahrhundert verfiel die Stadt, bis 1099 Byzanz die Landburg errichtete. Es folgte ab dem 12. Jahrhundert die Zugehörigkeit zum Königreich Kleinarmenien mit der Erbauung der Seefestung, spĂ€ter zu Zypern, bis die Stadt schlieĂlich von Karamaniden, Mamluken und 1482 vom Osmanischen Reich erobert wurde.
Seit dem 19. Jahrhundert war das Raue Kilikien Ziel vieler westlicher Reisender und ArchĂ€ologen. Ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt Korykos mit ihren Bauwerken und Inschriften eingehend erforscht. Von der bedeutenden Hafenstadt sind heute ausgedehnte, in groĂen Teilen stark ĂŒberwachsene Ruinenfelder zu sehen. Dazu gehören zahlreiche Kirchen, Reste der Stadtmauer und drei weitlĂ€ufige Nekropolen mit FelsengrĂ€bern und Sarkophagen. Als Ruinen erhalten sind die Land- und die Seeburg aus spĂ€tbyzantinischer beziehungsweise armenischer Zeit. Aus römischer Zeit sind nur wenige GebĂ€udereste vorhanden, in den christlichen Bauten und vor allem in der Landburg sind jedoch zahlreiche Bauteile aus frĂŒherer Zeit als Spolien verbaut.
Seit 2014 steht Korykos auf der Tentativliste der Bewerber um den Status als Kulturwelterbe der UNESCO.cite-ref-1[1]
Contents
âą Lage
âą Namen
âą Geschichte
âą Hermeskult
âą Aufbau der Stadt
âą Nekropolen
âą Sarkophage
⹠FelsengrÀber
âą Grabhaus
âą Inschriften
âą Kriegerrelief
âą Literatur
âą Weblinks
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Lage
Die Hafenstadt Korykos lag beim heutigen Kızkalesi, im Rauen Kilikien im Gebiet zwischen den FlĂŒssen Kalykadnos (heute Göksu) im Westen und Lamos (heute Limonlu Ăayı) im Osten. Die benachbarten HafenstĂ€dte sind im Westen Seleukia am Kalykadnos, das heutige Silifke, und Korasion (Atakent) sowie im Osten Elaiussa Sebaste (AyaĆ) und Lamos (Limonlu). Im bergigen Hinterland liegen zahlreiche Orte aus hellenistischer bis byzantinischer Zeit, die fast alle zum Einflussbereich des Priesterstaates von Olba und Diokaisareia gehörten. Letzteres ist am Auftreten von Olbischen Zeichen an verschiedenen GebĂ€uden und vor allem an TĂŒrmen zu erkennen. Dazu zĂ€hlen unter anderem Cambazlı, Ăatıören, ĂkĂŒzlĂŒ, Emirzeli, IĆıkkale, Tekkadın, Mancınıkkale und Kanytelleis. Der Einfluss des Priesterstaates reichte allerdings nie bis Korykos oder eine andere der genannten HafenstĂ€dte.cite-ref-2[2] Um Korykos und Elaiussa Sebaste, die sich um die Jahrtausendwende als Metropolis der Region abwechselten, zieht sich ein Ring von fĂŒnf TĂŒrmen (Akkum, Boyan, Gömeç, Sarayın und Yalama). Sie dienten zur Abwehr von Feinden, waren aber gleichzeitig als Lager- und WohntĂŒrme ausgebaut, die bei Angriffen von der Bevölkerung als RĂŒckzugsort genutzt wurden. Diese TĂŒrme tragen olbische Zeichen, was darauf hindeutet, dass sie unter anderem das olbische Territorium gegen Angriffe der Kilikischen SeerĂ€uber schĂŒtzen sollten.cite-ref-3[3]
Etwa fĂŒnf Kilometer westlich von Korykos liegen die Korykischen Grotten (griechisch ÎÏÏÏÎș[Δ]ÎčÎżÎœ áŒÎœÏÏÎżÎœ Korykion Antron), heute Cennet ve Cehennem (tĂŒrkisch fĂŒr âHimmel und Hölleâ) genannt. Die beiden Dolinen sind durch einen unterirdischen Fluss entstanden, der bei Narlıkuyu, zwei Kilometer westlich von Kızkalesi, ebenfalls unterirdisch ins Mittelmeer mĂŒndet. In der griechischen Mythologie wird dort der Kampf zwischen Zeus und dem Ungeheuer Typhon angesiedelt. Die gröĂere der beiden Dolinen ist begehbar, sie war schon in der Antike durch den dort wachsenden Safran bekannt und wird bei Strabon erwĂ€hnt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Oberhalb der Grotte stehen die Reste eines Tempels des Zeus Olbios oder Zeus Korykios, an dessen nordöstlicher Ante Listen von olbischen Priesterherrschern eingemeiĂelt sind.cite-ref-6[6]
In der Steilwand des Tales Ćeytan Deresi, das sich in Kızkalesi westlich von Korykos ins Landesinnere zieht, ist in etwa drei Kilometern Entfernung eine Gruppe von FelsengrĂ€bern mit bemerkenswerten Reliefs, Adamkayalar genannt, eingearbeitet. Eine Ă€hnliche GrĂ€berwand mit dem Namen Yapılıkaya findet sich etwa zwei Kilometer östlich davon in einem Paralleltal. Bei einigen der GrabstĂ€tten wiederholt sich in den Beischriften eine Reihe der Namen aus den Priesterlisten von Korykion Antron, sodass angenommen werden kann, dass einige der olbischen Herrscher hier bestattet sind.cite-ref-7[7]
Durch Korykos fĂŒhrte die römische KĂŒstenstraĂe von Side nach Seleukia Pieria, im Ort zweigte nach Norden eine StraĂe nach Cambazlı und Olba ab. Nach der Einrichtung der Provinz Cilicia wurden unter Vespasian die StraĂen erneuert, fĂŒr die KĂŒstenstraĂe nach Korasion wurden Hohlwege in den anstehenden Felsen geschlagen. Bemerkenswert dabei ist, dass sowohl dieser Abschnitt als auch der nach Norden fĂŒhrende Weg stellenweise gestuft waren, also nicht fĂŒr das Befahren mit Wagen, sondern nur fĂŒr FuĂgĂ€nger, Reiter und Lasttiere geeignet waren.cite-ref-8[8]
Namen
Neben dem griechischen Korykos und dem latinisierten Corycus hatte der Ort im Laufe der Zeit verschiedene Namen. FĂŒr die hethitische Zeit gibt Massimo Forlanini den Namen Kudupa an, von wo eine StraĂe ĂŒber Olbia (Uzuncaburç) und durch den Taurus nach Laranda (Karaman) fĂŒhrte.cite-ref-forlanini-9-0[9] In byzantinischer Zeit wurde der Ort Gorhigos oder Kourikos (beim Historiker Leontios Machairas) genannt. Der arabische Name war QurquĆĄ (al-Idrisi), der armenische Gurigos oder Gorigos. FrĂ€nkische Bezeichnungen waren Cure (Wilbrand von Oldenburg), Curta, Culchus, Curchus und Le Courc. Im Rizo-Portolan von 1490 wird er als Churcho bezeichnet, in anderen italienischen Seekarten als Curcho, Curco oder Colco.cite-ref-10[10]
Forschungsgeschichte
Der britische KapitĂ€n Francis Beaufort, der im Auftrag der AdmiralitĂ€t in den Jahren 1811â12 die kilikische KĂŒste erkundete, lieferte den ersten Bericht ĂŒber Korykos und die Umgebung.cite-ref-sir-francis-beaufort-11-0[11] Nach den laut Alois Machatschek âsehr phantasievollen Stahlstichenâ des LĂ©on Marquis de Laborde von 1838cite-ref-12[12] folgte 1861 der kilikische Reisebericht des französischen Orientalisten Victor Langlois mit der ersten wissenschaftlichen Beschreibung der Region und des Ortes.cite-ref-victor-langlois2-13-0[13] Daran schlossen sich Forschungsreisen und Veröffentlichungen ĂŒber das westliche Kilikien von Louis Duchesne und Maxime Collignon (1877),cite-ref-14[14] Louis Duchesne (1883),cite-ref-15[15] James Theodore Bent (1891)cite-ref-16[16] und Edward L. Hicks (1891),cite-ref-17[17] an, der zahlreiche Inschriften kopierte. Darauf folgten 1896 Rudolf Heberdey und Adolf Wilhelm,cite-ref-18[18] 1906 Gertrude Bell,cite-ref-19[19] 1907/1909 Ernst Herzfeldcite-ref-20[20] sowie 1914 Roberto Paribeni und Pietro Romanelli.cite-ref-21[21]
Ernst Herzfeld und Samuel Guyer veröffentlichten 1930 die erste Untersuchung, die sich speziell mit Korykos befasste. Darin beschrieben sie mit Ausnahme der Nekropolen sĂ€mtliche Bauwerke der Stadt. Im folgenden Jahr 1931 lieferten Josef Keil und Adolf Wilhelm eine nahezu vollstĂ€ndige Aufnahme der Grab- und sonstigen Inschriften des Ortes, ohne allerdings die Grabbauten zu behandeln.cite-ref-22[22] Letzteres holte 1967 der österreichische Bauforscher Alois Machatschek nach.cite-ref-23[23] Friedrich Hild und Hansgerd Hellenkemper besuchten Korykos mehrfach zwischen 1968 und 1989 und veröffentlichten die Ergebnisse in verschiedenen Publikationen.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]cite-ref-26[26] Im Rahmen eines Surveys der School of Architecture der University of Maryland in den 1990er-Jahren wurden 1995 einige TauchgĂ€nge im Hafenbereich von Korykos unternommen, bei denen die Reste der Molen, die von der Landburg und vom westlichen Ende der Bucht zur Inselburg fĂŒhrten, in Augenschein genommen wurden. Dazu kam eine Untersuchung der Hafenanlagen und sonstiger Architekturreste östlich der Landburg, wo der erste Hafen der Stadt vermutet wird.cite-ref-27[27] In den Jahren 2004 bis 2011 fĂŒhrte das Kilikia Arkeolojisini AraĆtırma Merkezi (Forschungsinstitut fĂŒr kilikische ArchĂ€ologie) der UniversitĂ€t Mersin unter der Leitung von Serra DurugönĂŒl OberflĂ€chenuntersuchungen im Bereich der Stadt und dem Hinterland durch.cite-ref-28[28]
Geschichte
In der Zeit der Hethiter wird Korykos als Kudupa in einem Vertrag erwĂ€hnt, den Ugarit mit den BĂŒrgern von Ura und Kudupa abschloss.cite-ref-forlanini-9-1[9] Das Gebiet zwischen Kalykadnos und Lamos geriet nach der Eroberung Kilikiens durch Alexander den GroĂen nach 333 v. Chr. unter hellenistischen Einfluss. In den Diadochenkriegen nach Alexanders Tod wechselte die Herrschaft ĂŒber die Region mehrfach. Korykos wurde erstmals fĂŒr das Jahr 197 v. Chr. erwĂ€hnt, als Antiochos III. Kilikien im FĂŒnften Syrischen Krieg von Ptolemaios V. fĂŒr das Seleukidenreich eroberte.cite-ref-29[29] Als in der zweiten HĂ€lfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. die Seleukiden die Vorherrschaft an das Römische Reich abgeben mussten und die Römer das Gebiet vernachlĂ€ssigten, lieĂen sich die Piraten des östlichen Mittelmeerraums in den kilikischen KĂŒstengebieten nieder. 102 v. Chr. wurde Antonius als PrĂ€tor zum Kampf gegen die kilikischen Piraten ausgesandt, eroberte einen Teil Kilikiens und machte es zur römischen Provinz Cilicia. Erst nachdem Pompeius im Jahr 67 v. Chr. die SeerĂ€uber besiegt hatte, war das Problem beseitigt.cite-ref-30[30] Dass Korykos in römischer Zeit bereits eine bedeutende Stadt war, die auch das MĂŒnzrecht ausĂŒbte,cite-ref-31[31] belegen ErwĂ€hnungen durch Cicero,cite-ref-32[32] Liviuscite-ref-33[33] und Plinius.cite-ref-34[34] Auch einige Bauwerke dieser Zeit wie Tempel, SĂ€ulenstraĂen, ein NymphĂ€um und ein in der Landburg verbautes Prunktor sind in Resten erhalten.
Korykos stand lange in RivalitĂ€t zum benachbarten Elaiussa Sebaste, im 3. Jahrhundert n. Chr. hatte es an Bedeutung verloren und war von der Polis zur Kome (Kleinstadt) abgestiegen. Nach der Belagerung der beiden StĂ€dte 260 durch den Sassanidenherrscher Schapur I. und den folgenden KĂ€mpfen setzte in Kilikien zunĂ€chst eine unruhige Periode ein, verstĂ€rkt durch AufstĂ€nde der isaurischen Bergvölker. In der folgenden christlichen Periode, die in Kilikien schon vor Konstantin einsetzte, hatte die Region zunĂ€chst unter der Christenverfolgung zu leiden. Nachdem unter Konstantin das Christentum Anerkennung gefunden hatte und Ende des 4. Jahrhunderts zur Staatsreligion geworden war, erlangte Korykos wieder die Vorherrschaft, und das Gebiet erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser zeigte sich unter anderem am Wiederaufbau des westlich nahegelegenen Ortes Korasion, an den Bauarbeiten fĂŒr die Wasserleitung, die Korykos und Elaiussa Sebaste mit Wasser vom Lamos versorgte, und im Besonderen fĂŒr Korykos an der einsetzenden regen BautĂ€tigkeit im Stadtgebiet, bei der zahlreiche bemerkenswerte Kirchenbauten entstanden. Stephanos von Byzanz bezeichnete Korykos als die wichtigste Stadt im Bezirk Seleukeia. Der Ort war Suffraganbistum von Tarsos. Der erste bezeugte Bischof war Germanus auf dem Konzil von Konstantinopel 381. Auch am Konzil von Ephesos 431 ebenso wie an der Synode von Konstantinopel 536 sowie den dortigen Konzilen 553 und 680/81 sind Bischöfe von Korykos als Teilnehmer verzeichnet.cite-ref-hellenkemper-35-0[35] Auf Veranlassung des Bischofs Indakos erlieĂ Kaiser Anastasios I. um 500 eine Verordnung,cite-ref-36[36] in der der Provinzregierung untersagt wurde, sich in die Wahlen des Defensors (áŒÎșÎŽÎčÎșÎżÏ ekdikos) â eines Beamten, der zwischen Stadt und Zentralregierung vermitteltecite-ref-sviatoslav-dmitriev-37-0[37] â und des Curators (áŒÏÎżÏÎżÏ ephoros) einzumischen. Die Inschrift ist auf zwei römischen Altarsteinen in Zweitverwendung eingraviert, die spĂ€ter im Eingang der Landburg als Spolien verbaut wurden.
Seit der Teilung des römischen Reichs in Ost- und Westrom im Jahr 395 gehörte Kilikien und damit Korykos zum Oströmisch-byzantinischen Reich. In der Regierungszeit des Kaisers Justinian I. geriet Byzanz (Ostrom) in KĂ€mpfe mit dem sassanidischen Perserreich. Nach einem Einfall der Perser in Kilikien (540) hatte das Gebiet eine weitere Periode von Unruhen zu ĂŒberstehen. Auch wenn Korykos nicht direkt von den Kampfhandlungen betroffen war, ging die BautĂ€tigkeit merkbar zurĂŒck. 698 gehörte der Ort zum byzantinischen Thema der Kibyrrhaiotai und war FlottenstĂŒtzpunkt. Ab dem 9./10. Jahrhundert war er Teil des Themas Seleukeia. Danach verfiel der Ort. In einem arabischen Itinerar des 10. Jahrhunderts wird er als QurquĆĄ zusammen mit Korasion unter den ruinösen griechischen StĂ€tten der kilikischen KĂŒste erwĂ€hnt. 1099 erbaute der Megas Drungarios (Flottenkommandant) Eustathios auf Befehl des byzantinischen Kaisers Alexios I. am Westrand des verfallenen Ortes, gleichzeitig mit der Burg von Seleukeia, eine Festung, die dem Reich die Ăberfahrt ĂŒber Zypern ins Heilige Land sichern sollte.cite-ref-hellenkemper-35-1[35]
Eine spĂ€te BlĂŒtezeit erlebte die Stadt, als sie Anfang des 12. Jahrhunderts vermutlich vom armenischen König Konstantin I. erobert wurde und nach kurzer RĂŒckeroberung durch Byzanz dem Königreich Kleinarmenien angehörte. Unter dessen König Leon II. (1187â1219) entstand die Seeburg,cite-ref-38[38] wie aus einer dortigen Inschrift hervorgeht, die Victor Langlois 1861 veröffentlichtecite-ref-victor-langlois-39-0[39] und die heute verloren ist. Auf der Lehensliste Leons erscheint Simon von Kiwrikos, seine Nachfolger waren ein Gottfried und dessen Sohn Vahram. Wieder wurden Kirchen und andere GebĂ€ude gebaut. Nach Leons Tod und den folgenden Streitigkeiten folgte Oschin, der BegrĂŒnder der Dynastie der Hethumiden, darauf sein Sohn Gregorios und dessen Sohn Hethum, der auch als Geschichtsschreiber bekannt ist. FĂŒr Korykos ist in dieser Zeit auch Handel mit Venezianern und Genuesen nachgewiesen, als Handelsplatz stand es allerdings hinter dem ebenfalls kleinarmenischen Lajazzo (heute Yumurtalık) zurĂŒck. Als HandelsgĂŒter sind Teppiche und Safran aus den Korykischen Grotten bekannt. Nach einem ersten VorstoĂ der Mamluken bis vor Korykos 1275 wurde Lajazzo 1322 von diesen erobert, worauf zahlreiche Einwohner nach Korykos flohen. Nach der Ermordung des letzten hethumidischen FĂŒrsten Oschin von Korykos 1329 ging die Stadt wieder in den Besitz der Krone ĂŒber.cite-ref-hellenkemper-35-2[35]
Als Korykos 1361 von den Karamaniden bedroht wurde und die Macht der armenischen Herrscher im Schwinden begriffen war, wandten sich die Einwohner an König Peter I. von Zypern um Hilfe. Dieser schickte den englischen Ritter Robert von Lusignan nach Korykos. Nach erfolgreicher Verteidigung schworen die Einwohner, wahrscheinlich in der Kathedrale, Peter den Lehenseid. 1367 wurde nochmals ein Angriff von Karaman abgewehrt. König Peter I. lieĂ von seinen FeldzĂŒgen die eisernen Tore von Tripolis und Tortosa auf die Festung bringen. Da das Zollhaus von Korykos jĂ€hrlich 3000 bis 4000 Dukaten einnahm, versuchte 1375 Thibald Belfarage, es als Lehen vom König zu erhalten, wurde aber abgewiesen. In demselben Jahr wurde Sis zusammen mit den letzten kleinarmenischen Besitzungen in Kilikien von den Mamluken eingenommen, Korykos blieb als einziger christlicher Ort unter den Lusignans in zyprischer Hand. 1448 gelang schlieĂlich den Karamaniden die Eroberung,cite-ref-40[40] 1482 kam es zum Osmanischen Reich.cite-ref-41[41] Danach gibt es keine Nachrichten mehr ĂŒber den Ort, lediglich auf Seekarten des SpĂ€tmittelalters ist der Ort noch als âÎοῊÏÎșÎżÏ, Curcum, Curchoâ oder âChurchoâ verzeichnet.cite-ref-hellenkemper-35-3[35]
Hermeskult
Der graeco-römische Dichter Oppian, möglicherweise ein Sohn der Stadt, nach anderen Quellen jedoch aus Anazarbos stammend, nannte Korykos im 2. Jahrhundert n. Chr. âStadt des Hermesâ.cite-ref-42[42] Der Kult des Hermes war in Kilikien verbreitet. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde der luwische Gott Runtiya verehrt, der in der Antike mit Hermes gleichgesetzt wurde.cite-ref-43[43] In einigen Ă€lteren Namen der Priesterlisten von Korykion Antron, die luwischen Ursprungs sind, taucht Runtiya als Namensbestandteil auf (z. B. ÎĄÏΜΎÎČÎčÎ·Ï Rondbies âRunta-Gabeâ), ebenso wie der luwische Wettergott Taráž«unt (z. B. ΀ÏÎżÎșοζαÏÎŒÎ±Ï Trokozarmas âTarhunt-Schutzâ). In hellenistischer und römischer Zeit existierten HeiligtĂŒmer des Hermes in Ăatıören, in Yapılıkaya und in Ărenköy im nördlichen Tal des Lamos. Die dem Hermes zugeordneten Symbole Kerykeion und Phallus gehören zu den Olbischen Zeichen, die in der Region hĂ€ufig anzutreffen sind. Hermes oder eines seiner Attribute ist auch auf zahlreichen MĂŒnzen abgebildet.cite-ref-44[44] In Korykos selbst wurden keine archĂ€ologischen Hinweise auf Hermes gefunden.
JĂŒdische Gemeinde
Aus den Grabinschriften der Nekropolen von Korykos geht hervor, dass mindestens ab der römischen Periode in der Stadt eine beachtenswerte jĂŒdische Gemeinde existierte. Keil und Wilhelm identifizierten 1931 unter den ĂŒber 500 von ihnen publizierten Inschriften zehn jĂŒdischen Ursprungs. Margaret H. Williams erkannte 1992 zwei weiterecite-ref-45[45] und Serra DurugönĂŒl konnte 2012 nochmals 21 der bekannten Inschriften als jĂŒdisch erkennen. Kriterien fĂŒr die Einordnung als jĂŒdische GrabstĂ€tten waren zunĂ€chst eine eingravierte Menora und die Bezeichnungen áŒžÎżÏ
ΎαÎÎżÏ (IoudaĂŻos) oder áŒÎČÏÎÎżÏ (Hebreos). Die weiteren Grabinschriften wurden von Williams und DurugönĂŒl aufgrund ihrer Lage und vor allem der Namen der Bestatteten erkannt, die jĂŒdischen Ursprungs waren, beispielsweise Iakobos, Samouelos, Zakharia, Soul, Sabbatios, Isakios und Abramios. Damit konnten auch Erkenntnisse ĂŒber die Berufe der jĂŒdischen Einwohner gewonnen werden. Darunter waren Wein- und ĂlhĂ€ndler, Weber, Flachs- und Wollspinner, aber auch ein Goldschmied, ein Steinmetz, ein Töpfer sowie BeschĂ€ftigte im Hafen.cite-ref-46[46]
Margaret Williams schlieĂt von den zehn von Keil/Wilhelm als jĂŒdisch erkannten Inschriften auf ein unterschiedliches SelbstverstĂ€ndnis der korykischen Juden in römischer und in christlicher Zeit. Da bei den frĂŒheren Grabinschriften die gesellschaftlichen oder politischen Funktionen der Bestatteten stĂ€rker in den Vordergrund gestellt wurden, hĂ€lt sie die Juden in römischer Zeit fĂŒr weiter integriert in die römische Gesellschaft. Bei den spĂ€teren GrĂ€bern sind die Beigesetzten öfter durch ihre Aufgaben und Ămter innerhalb der jĂŒdischen Gemeinde definiert, worin sie einen gewissen Stolz auf die jĂŒdische IdentitĂ€t sieht. Unstrittig ist, dass es zu keiner Zeit eine Abschottung von der sonstigen Bevölkerung gab. Die jĂŒdischen GrabstĂ€tten liegen willkĂŒrlich verstreut zwischen den anderen GrĂ€bern, gelegentlich wurden jĂŒdische Sarkophage als BegrĂ€bnisstĂ€tten von Christen oder römischen BĂŒrgern zweitverwendet oder umgekehrt.cite-ref-47[47]
Aufbau der Stadt
Die Ruinen von Korykos schlieĂen sich östlich an das Gebiet von Kızkalesi an und liegen beiderseits der modernen StraĂe bis ans Meer im SĂŒden. Im Westen begann im heute modern ĂŒberbauten Gebiet die Stadtmauer, die sich in einem weiten Bogen nach Nordosten und wieder nach SĂŒden bis an die KĂŒste etwa einen Kilometer weiter östlich zog. Direkt am Meer liegt am heutigen Badestrand die Landfestung, die wahrscheinlich ĂŒber einem römischen Forum errichtet wurde. Ăstlich davon finden sich Reste zweier Tempel, diverse nicht identifizierbare GebĂ€ude und eine groĂe offene Zisterne. Nördlich der StraĂe liegen innerhalb der Stadtmauern die Kathedrale, zwei kleinere, vermutlich armenische Kirchen und die Kirche ĂŒber der Zisterne. An nichtsakralen Bauten erwĂ€hnt Herzfeld in diesem Bereich ein NymphĂ€um, Reste einer SĂ€ulenstraĂe und ein unklares GebĂ€ude. AuĂerhalb der Stadtmauer verlĂ€uft in etwa östlicher Richtung ein als Via Sacra bezeichneter Weg, an dem sich drei bemerkenswerte Kirchen befinden, von Osten nach Westen die Querschiffbasilika, die Grabeskirche und die Klosterkirche. Nahe dabei stehen noch Reste der GroĂen armenischen Kirche. Sarkophage und einzelne FelsengrĂ€ber sind beidseits entlang der westlichen Stadtmauer verteilt, im Norden liegt eine weitere umfangreiche Nekropole. Auch entlang der Via Sacra stehen zahlreiche gut erhaltene Sarkophage. Etwa 600 Meter sĂŒdwestlich der Landburg liegt auf einer vorgelagerten Insel die Seefestung. Beide Burgen waren wahrscheinlich ĂŒber eine Mole verbunden.
Hellenistische und römische Bauten
Die Relikte aus hellenistischer und römischer Zeit bilden den kleinsten Teil der Bauten von Korykos, sie sind gröĂtenteils von spĂ€teren Bauwerken ĂŒberbaut. Der Kern der antiken Stadt ist vermutlich auf der Felszunge zu lokalisieren, auf der spĂ€ter die Landburg errichtet wurde. Allerdings sind zahlreiche Elemente von antiken Bauten als Spolien in byzantinischen und armenischen GebĂ€uden enthalten. Ein bemerkenswertes römisches Bauteil ist das in der westlichen Mauer der Landburg integrierte Prunktor. Es markierte laut Guyer und Herzfeld den Beginn einer SĂ€ulenstraĂe, die zu den östlich der Festung liegenden Tempeln fĂŒhrte. Nach Hellenkemper und Hild begann dort der Cardo maximus, die Hauptachse der antiken Stadt. Eine groĂe Zahl von SĂ€ulenschĂ€ften, die in den Mauern und TĂŒrmen der Burg dekorativ eingebaut sind, gehörten demnach entweder zu der SĂ€ulenstraĂe oder zu GebĂ€uden des römischen Forums, das an der Stelle der Landfestung vermutet wird. Das Tor sticht durch sein sauberes QuadergefĂŒge von dem sich anschlieĂenden mittelalterlichen Mauerwerk ab. Seine Ă€uĂere Fassade war durch vier Pilaster mit Akanthuskapitellen in drei TeilflĂ€chen aufgeteilt. In dem mittleren trugen zwei kleinere Pilaster den 5,90 Meter breiten Torbogen. In den seitlichen FlĂ€chen befand sich je eine Nische mit seitlichen Pilastern und einem Giebel. Ihren unteren Abschluss bildete eine weit vorspringende Konsole, was darauf hinweist, dass dort Statuen aufgestellt waren. Den oberen Abschluss des Tores bildete ein GebĂ€lk aus dreiteiligem Architrav, Ăbergangsprofil und Fries, Eierstab und Zahnreihe, darĂŒber trugen akanthusgeschmĂŒckte Konsolen das mit einer Sima abgeschlossene Geison. Das Tor wird ins spĂ€te 2. oder ins 3. Jahrhundert n. Chr. datiert, das Mauerwerk ist restauriert.cite-ref-48[48]
Von zwei Tempeln östlich des BurggelĂ€ndes sind nur noch spĂ€rliche Reste der Grundmauern zu erkennen. Reste eines NymphĂ€ums im GrĂ€bertal, Teile der Hafenanlagen östlich der Landburg und Spuren von SĂ€ulenstraĂen gehen ebenfalls auf römische Zeit zurĂŒck, ebenso einige unbestimmte GebĂ€udereste im Osten der Stadt.cite-ref-49[49] Ob es bereits eine Stadtmauer gab, ist nicht nachweisbar, die vorhandenen Reste stammen aus dem 4. Jahrhundert. Eine MĂŒnze der Stadt aus frĂŒher autonomer PrĂ€gung, 1. Jahrhundert vor oder nach Christus, die eine Tyche mit Mauerkrone zeigt, legt die Vermutung nahe, dass eine frĂŒhe, möglicherweise schon hellenistische Stadtmauer bestand. ArchĂ€ologische Belege dafĂŒr gibt es nicht.cite-ref-hellenkemper-35-4[35] Ein runder Turm am Meer etwa 600 Meter östlich der Landburg, etwa 3,50 Meter im Durchmesser und noch 5â6 Meter hoch, wird als Endturm der Stadtmauer angesehen, die sich dort als Seemauer nach Westen wandte. In dem Bereich sind auĂer Resten dieser Mauer auch in den Felsen geschlagene Schiffsanlegestellen und Treppen zu erkennen, die wohl zu den frĂŒheren Hafenanlagen der Stadt gehörten. Aus welcher Zeit die Anlagen stammen, lĂ€sst sich nicht genauer bestimmen. In spĂ€terer Zeit verlagerte sich der Hafen in die gröĂere Bucht westlich der Landfestung.cite-ref-50[50]
Die FelsgrÀber, GrabhÀuser, Sarkophage und Chamosorien der drei Nekropolen umfassen einen Zeitraum von der Zeitenwende bis ins 7. Jahrhundertcite-ref-51[51] und werden gesondert besprochen.
SpĂ€trömische und frĂŒhbyzantinische Bauten
Seit dem 4. Jahrhundert erlebte Korykos einen wirtschaftlichen Aufschwung, wohl auch als Handelszentrum und Umschlagplatz fĂŒr das Hinterland. In dieser Zeit wurde die neue Stadtmauer errichtet, die vom Hafen im Westen der Festung aus im weiten Bogen das Stadtgebiet umschloss. Die Wasserleitung mit mehreren AquĂ€duktbrĂŒcken, die bereits seit der Kaiserzeit den Ort gemeinsam mit Elaiussa Sebaste mit Wasser vom Lamos versorgte, wurde erneuert und erheblich ausgebaut. Die Leitung erreichte die Stadtmauern von Osten, etwa dem Verlauf der heutigen StraĂe folgend. Gleichzeitig entstanden im Stadtgebiet zahlreiche Zisternen, darunter im 5./6. Jahrhundert die groĂe Hochzisterne im Osten der Stadt mit einem polygonalen Grundriss und MaĂen von etwa 60 Ă 40 Metern. Auch die nicht genauer datierbare Mole, die von der Landzunge, auf der die antike Kernstadt lag, ins Meer in Richtung der vorgelagerten Insel ragt, ist wohl in dieser Zeit entstanden, möglicherweise als Reaktion auf eine zunehmende Verlandung des Hafens.cite-ref-hellenkemper-35-5[35]
Ein deutliches Zeichen fĂŒr den Wohlstand der Stadt sind die zahlreichen â Hellenkemper/Hild sprechen von mindestens zwölf â beeindruckenden Sakralbauten, die nach dem 4. Jahrhundert entstanden, nachdem ab 380 das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich geworden war. Unter anderem durch die Missionsarbeit des Paulus von Tarsus hatte das Christentum in Kilikien schon frĂŒh AnhĂ€nger gefunden. Die meisten der Kirchen sind dreischiffige Basiliken. Innerhalb der Stadtmauern stehen die Kathedrale und die Kirche ĂŒber der Zisterne. Drei groĂe GotteshĂ€user aus dieser Zeit stehen extra muros an der Via Sacra: von Osten nach Westen die Querschiffbasilika, die Grabeskirche und die Klosterkirche. Etwa 1,6 Kilometer östlich der Landburg findet sich eine BegrĂ€bniskapelle. Weitere Kirchen, auch im Bereich der Landburg, sind als armenische und mittelalterliche Bauten spĂ€teren Datums.
Kathedrale
Die Kathedrale liegt zentral im Stadtgebiet von Korykos, heute direkt nördlich der DurchgangsstraĂe. Zwischen hohem Baum- und Strauchbewuchs ragt nur noch die Apsis auf. Guyer bezeichnet sie als âdie Ă€lteste und schönste der innerhalb der Stadtmauern erhaltenen Kirchen von Korykosâ und hĂ€lt sie deshalb fĂŒr die Kathedrale, in der die Bischöfe der Stadt amtierten und wo die Einwohner 1361 dem zyprischen König Peter I. den Treueeid leisteten. Es ist eine dreischiffige SĂ€ulenbasilika mit MaĂen von 19,50 Ă 32,20 Metern. Die Ausgrabungen Herzfelds zeigten im Westen einen die gesamte Breite der Kirche einnehmenden Narthex von 4,60 Metern Tiefe mit einer Apsis an der Nordseite, dessen Eingang ein Tribelon bildete. Er war durch wahrscheinlich mit Bögen verbundene Pilaster entsprechend den Schiffen dreigeteilt. Der mittlere Teil öffnete sich nach auĂen durch drei von SĂ€ulen getragene Bögen. Hinweise auf ein Obergeschoss wurden, ebenso wie im Hauptraum der Kirche, nicht gefunden, weshalb als oberer Abschluss ein Pultdach angenommen wird. Der Naos war durch zwei SĂ€ulenreihen in drei Schiffe geteilt, von denen das mittlere eine Breite von 9,00 und die Seitenschiffe von 4,50 Metern hatten. Im Osten wird das GebĂ€ude von einer halbrunden Apsis abgeschlossen, in die eine ebensolche Priesterbank eingesetzt ist. Die sechsseitige AuĂenummantelung der Apsis besteht aus erheblich kleineren Quadern und ist auch wesentlich ungenauer gearbeitet als das sonstige groĂquadrige Mauerwerk der Kirche. Daraus kann auf eine spĂ€tere Errichtung dieser AuĂenhĂŒlle, sicher in armenischer Zeit, geschlossen werden, möglicherweise um das inzwischen baufĂ€llige Mauerwerk vor Einsturz zu sichern.
Im Innern ist der Apsis der Chorraum in der Breite des Mittelschiffs vorgelagert. Auf dem FuĂboden legten die AusgrĂ€ber Reste von Mosaiken frei, die, Ă€hnlich den byzantinischen Mosaiken des 5. Jahrhunderts aus weiĂen, schwarzen, roten und gelben Steinen zusammengestellt waren. Sie zeigten in einer Umrahmung mit geometrischen Mustern Bilder von Pflanzen und Tieren, darunter Löwe, Leopard und ein Bock. Dazu gehören Schriftfelder, in denen, neben einem Bibelspruch, der Stifter mit dem Namen Theognost erwĂ€hnt wird. Zwar ist keine geschichtliche Persönlichkeit mit diesem Namen bekannt, aber drei Buchstaben am Rand der Tabula ansata liest Herzfeld als die Jahreszahl 741 der seleukidischen Ăra, was dem Jahr 429 der christlichen Zeitrechnung entsprĂ€che. Im Umfeld des Altarraums kamen weitere geometrische Ornamente in Opus-sectile-Technik zum Vorschein. Mittels einer Chorschranke, von der Fragmente gefunden wurden, war der Altarraum von den GlĂ€ubigen im Hauptraum getrennt. Die RĂŒckwand der Apsis weist DĂŒbellöcher auf, was auf eine Verkleidung mit farbigen Marmorplatten hindeutet. Auf einer weit vorstehenden Sima liegt die Apsiskalotte auf. Sie wurde beidseitig von zwei gleichen Kapitellen abgeschlossen, von denen das nördliche noch in situ zu sehen ist, wĂ€hrend das andere im Schutt gefunden wurde. Ăber AkanthusblĂ€ttern im unteren Teil zeigen sie an den Ecken Widderköpfe, dazwischen radschlagende Pfauen. Rechts und links des Altarraums befanden sich zwei Pastophorien, die die Breite der Seitenschiffe hatten. Sie waren sowohl mit den Schiffen als auch mit dem Chor durch TĂŒren verbunden.cite-ref-52[52]
Kirche ĂŒber der Zisterne
Die Kirche ĂŒber der Zisterne lag wenig sĂŒdlich der Kathedrale. Schon Guyer und Herzfeld berichten, dass auĂer der Zisterne nur noch die Apsis erhalten war, wĂ€hrend es von den WĂ€nden keinerlei Reste mehr gab. Durch den Neubau der DurchgangsstraĂe nach Erdemli Ende des 20. Jahrhunderts ist sie komplett verschwunden. Die Apsis war halbrund und hatte drei Bogenfenster. Darunter lag ein etwa rechteckiger Teil der Zisterne von 3 Ă 4 Metern mit im Osten abgerundeten Ecken. Der Hauptteil lag westlich davon und war 9,00 Meter lang und im Osten 7,50 Meter breit, er verschmĂ€lerte sich nach Westen auf etwa 6,75 Meter. Er könnte dem darĂŒberliegenden Schiff entsprochen haben. Durch eine Pfeilerreihe war er von Westen nach Osten in zwei Schiffe geteilt, wobei die Pfeiler mit den LĂ€ngswĂ€nden ĂŒber Bögen verbunden waren, die den FuĂboden der Kirche trugen. Ein weiterer WasserbehĂ€lter lag sĂŒdlich davon. Er war von etwa derselben LĂ€nge, aber weniger als halb so breit und ebenfalls von querstehenden Bögen ĂŒberdacht. Da keinerlei Ornamentik erhalten blieb, ist der Bau kaum zu datieren.cite-ref-53[53]
Querschiffbasilika
Am östlichen Ende der Via Sacra, auĂerhalb des ummauerten Stadtgebiets, liegt die Querschiffbasilika. Sie ist, wie nahezu alle kilikischen Kirchen, nach Osten ausgerichtet und hat MaĂe von etwa 58,50 Metern LĂ€nge bei einer Breite von 18 Metern im Hauptteil, im Bereich der NebenrĂ€ume hinter der Apsis verbreitert sich der Bau um einige Meter. Den westlichen, 13,35 Meter langen Teil des Bauwerks, das sie als âBasilika No. 1â bezeichnete, hielt Gertrude Bell 1905 fĂŒr einen Klosterbau.cite-ref-54[54] Herzfeld konnte es bei seinen Grabungen als Atrium mit einem Innenhof identifizieren, der an drei Seiten von SĂ€ulen umgeben war und sich im Osten direkt an den Narthex der Kirche anschloss. An den drei AuĂenseiten war jeweils eine TĂŒr, in den Ecken der Westwand gab es zwei quadratische RĂ€ume. Ob sie einen Teil des Atriums bildeten oder turmartig ausgebaut waren, lĂ€sst sich nicht mehr feststellen. Durch drei Bögen öffnete sich im Osten der nur 4,70 Meter tiefe Narthex. Balkenlöcher und der Ansatz einer Treppe am Nordende weisen auf ein Obergeschoss hin. Von dort betrat man ĂŒber drei Tore die drei LĂ€ngsschiffe des Naos. Wie ĂŒblich hatte das Mittelschiff etwa die doppelte Breite der Seitenschiffe, sie waren durch Bogenreihen getrennt, die von je sieben SĂ€ulen und einem Pfeiler als Abschluss im Osten getragen wurden. In der SĂŒdwand sind noch zwei EingĂ€nge sowie ein Dreifach- und drei Doppelfenster zu erkennen, fĂŒr die Nordwand kann eine gleiche Anordnung vermutet werden.
Die Abschlusspfeiler der SĂ€ulenreihen standen 6,70 Meter vor der Apsis und waren ĂŒber Bögen mit den SeitenwĂ€nden verbunden. Dadurch entstand eine Art Querschiff, das Guyer zu der Bezeichnung âQuerschiffbasilika extra murosâ veranlasste. Zur Apsis hin gab es ebenfalls Verbindungsbögen, sodass in der VerlĂ€ngerung des Mittelschiffs der Chorraum entstand. Er war von den SeitenflĂŒgeln des Querschiffs, also den VerlĂ€ngerungen der Seitenschiffe, ebenso wie vom Mittelschiff durch Schranken abgetrennt. Von den seitlichen Schranken ist lediglich ein Fragment erhalten, das ein Kreuz zeigt. Von den Schranken zum Kirchenraum waren bei Herzfelds Grabungen noch zwei Marmorblöcke in situ. Sie wiesen auf der der Gemeinde zugewandten Seite eine Nische und Profile als oberen Abschluss auf. In der rechten Nische war ein Kreuz zu sehen, die linke zeigte zwischen zwei SĂ€ulen und einem Giebel ein Relief des Gotteslamms und unterhalb des Profils eine griechische Inschrift. Die AusgrĂ€ber halten die Blöcke aufgrund des sepulkralen Charakters der Inschrift fĂŒr Teile von MĂ€rtyrergrĂ€bern. Zwischen den Blöcken war ein Durchgang frei. Zu diesem oder zu einer TĂŒr in den seitlichen Chorschranken gehörten möglicherweise als Sturz zwei andere im Schutt gefundene Steinblöcke mit Kreuzen und Vogeldarstellungen.
An den Altarraum schlieĂt sich im Osten die auĂen und innen halbrunde Apsis an, deren Durchmesser etwa der Breite des Mittelschiffs entspricht. Heute stehen davon nur noch BruchstĂŒcke aufrecht, Herzfeld und Guyer konnten noch drei durch Pfeiler getrennte Rundbogenfenster erkennen, die den Innenraum beleuchteten. Rechts und links der Apsis liegen die beiden gerĂ€umigen Pastophorien, die die Kirche sowohl in der Breite als auch in der LĂ€nge ĂŒberragen. Sie waren nach Osten von kleineren Apsiden abgeschlossen, die von auĂen massiv rechteckig ummauert sind. Der ursprĂŒnglich offene, mit Steinfliesen gepflasterte Raum hinter der Hauptapsis und zwischen den Pastophorien wurde in armenischer Zeit mit einer kleinteiligen Mauer umschlossen. Aufgrund der Bauform und stilistischer Eigenschaften, die auf EinflĂŒsse aus dem Osten (Syrien, Antiochia) ebenso wie aus Byzanz hindeuten, datiert Guyer die Kirche ins spĂ€te 6. Jahrhundert.
Nordöstlich der Basilika begann mit einem Tetrapylon die Via Sacra von Korykos, die nach Westen an Sarkophagen und weiteren Kirchen vorbeifĂŒhrte. Von diesem Tetrapylon ist nur ein Eckpfeiler erhalten. Aus dessen Aufbau lĂ€sst sich schlieĂen, dass das Bauwerk vier weite, offene Bögen als Seiten hatte. Innen trug ein kreisförmiges und auĂen ein quadratisches Gesims das Dach. Ăber dessen Konstruktion besteht keine Klarheit, Guyer schlĂ€gt ein kegel- oder kuppelförmiges Holzdach vor. Er hĂ€lt wie fĂŒr die Kirche das spĂ€te 6. Jahrhundert als Entstehungszeit fĂŒr wahrscheinlich. SĂŒdlich der Kirche liegt eine Zisterne aus groĂen Quadern mit Wasserrinnen auf dem Dach.cite-ref-55[55]
Grabeskirche
Die Grabeskirche, bei Bell als âBasilika No. 2â bezeichnet, steht etwa 250 Meter westlich der Querschiffbasilika ebenfalls an der heiligen StraĂe. Sie ist aus mehreren GrĂŒnden bemerkenswert. Erstens ist sie mit fast 80 Ă 30 Metern die gröĂte der Kirchen von Korykos, zweitens unterscheidet sich ihr Aufbau grundlegend von dem der anderen Kirchenbauten. Der Grund dafĂŒr ist ein Ă€lterer, quadratischer Bau im Zentrum des GebĂ€udes, den Guyer und Herzfeld als Martyrion bezeichnen und nach dem sie die Bezeichnung âGrabeskirche extra murosâ wĂ€hlten. Die Unterbauten von zwei Sarkophagen, die sie dort fanden, nehmen sie als Beleg dafĂŒr, dass der Raum dem Andenken an zwei MĂ€rtyrer gewidmet war. Die Mauern des Heiligtums mit InnenmaĂen von 12 Ă 12 Metern bestanden aus groĂen Quadern, deren DĂŒbellöcher von einer reichen Marmorinkrustation zeugen. Die WĂ€nde waren von bogenförmigen ZugĂ€ngen nach allen Seiten durchbrochen. In Teilen erhalten sind die Eckpfeiler mit korinthischen Kapitellen und AnsĂ€tzen der Bögen. Im Westen des Quadrates kamen SĂ€ulenbasen zum Vorschein, die im Halbkreis vor dem Bogen standen. Da im Osten ein ebenfalls halbkreisförmiges Podest zutage kam, schlieĂen die AusgrĂ€ber, dass alle Seiten von apsisartigen Vorbauten umschlossen waren. BruchstĂŒcke eines Halbkreissegments, die östlich gefunden wurden, zeigen, dass dort ursprĂŒnglich eine geschlossene Apsis stand, die auch fĂŒr die spĂ€ter errichtete Kirche zunĂ€chst diese Funktion erfĂŒllte. Ăber den oberen Abschluss dieses Zentralbaus kann nur spekuliert werden.
Um diesen Raum wurde spĂ€ter die eigentliche Basilika erbaut. Der Westteil des GebĂ€udes besteht, Ă€hnlich der Querschiffbasilika, aus einem Atrium, das innen 27 Meter in der Breite und 30,50 Meter in der LĂ€nge misst. Dem Zugang dienten mittige TĂŒren durch die drei AuĂenwĂ€nde. Sie hatten, wie die TĂŒren des Kirchenraums, ein Vordach. Dieses bestand aus zwei Konsolen mit Profilen an den Seiten und einem Akanthusblatt an der Front, auf denen 1,35 Meter tief ein Tonnengewölbe auflag, das vorn simaartig profiliert war. Diese VordĂ€cher sind im gesamten Bau noch mehrfach erhalten. Von den SĂ€ulenhallen des Hofes ist nichts erhalten, jedoch kann aus Vorlagen an der Wand zum Kirchenteil auf ihre Lage an der Nord- und der SĂŒdseite sowie vermutlich auch im Westen geschlossen werden. Im Osten öffnete sich stattdessen der Narthex durch fĂŒnf sĂ€ulengetragene Rundbögen zum Hof und zwei Bögen zu den SĂ€ulengĂ€ngen. Der Narthex selbst war 4,70 Meter tief und hatte im SĂŒden eine in die Mauer eingelassene Apsis, wĂ€hrend im Norden Reste eines Treppenaufgangs zum oberen Stockwerk zu sehen sind. Dessen Lage ist an Balkenlöchern in der Naoswand zu erkennen. An einem noch stehenden Pfeiler dieser Wand sind BogenansĂ€tze erkennbar, die bedeuten, dass von diesem Obergeschoss ein Durchgang zu den Emporen des Hauptraumes bestand.
Vom Narthex aus fĂŒhrten drei Tore ins Innere der Kirche, von denen das mittlere gröĂer als die anderen ist. Wegen des in den Gesamtplan integrierten Martyrions fĂŒhren die Tore nicht in die ĂŒblichen drei LĂ€ngsschiffe, sondern in einen annĂ€hernd quadratischen Raum von 27 Ă 26 Metern, in dessen östlichem Zentrum das Martyrion liegt. Dessen Westwand setzte sich in Richtung der AuĂenmauern ĂŒber eine Bogenreihe fort, sodass im Westen ein quer zur Kirchenachse liegender Raum entstand, der durch eine Nord/SĂŒd-verlaufende SĂ€ulenreihe nochmals in zwei Schiffe aufgeteilt war. Nördlich und sĂŒdlich des Heiligtums entstanden somit noch zwei kĂŒrzere LĂ€ngsschiffe. Im westlichen der beiden Querschiffe legten die AusgrĂ€ber am FuĂboden einen in Opus-sectile-Technik ausgefĂŒhrten farbigen Kreis frei, der von einem ĂŒber Eck stehenden Quadrat eingefasst war. Im nĂ€chsten Schiff zeigte sich ein strahlenförmiges Muster, das der westlichen halbrunden Ausbuchtung des zentralen Heiligtums entsprach. Die östliche Apsis dieses Grabraumes diente bei der Erbauung der Kirche gleichzeitig als Hauptapsis des Gotteshauses, womit das Martyrion zum Chorraum der Kirche wurde. In der Nordwand konnten Herzfeld und Guyer noch die Verteilung von TĂŒren und Fenstern nachvollziehen. Je eine TĂŒr, mit Vordach wie die AtriumstĂŒren, fĂŒhrte von auĂen in das westliche Querschiff und ins LĂ€ngsschiff, das zweite Querschiff hatte vier durch Pfeiler getrennte Fenster, das LĂ€ngsschiff nochmals zwei Doppelfenster. Rechts und links der Apsis schlossen sich die beiden Pastophorien an, die sowohl vom Altarraum als auch von den Seitenschiffen aus durch TĂŒren zugĂ€nglich waren. Sie hatten, Ă€hnlich der Querschiffbasilika, eine in die Mauer gearbeitete Apsis mit einem kleinen Fenster im Osten. Seitlich der Pastophorien lagen noch zwei langrechteckige RĂ€ume, durch die der Ă€uĂere Grundriss des Gesamtbaus zum geschlossenen Rechteck wird. Ihre Funktion ist unklar.
In einem spĂ€teren Bauabschnitt wurde der Chorraum erheblich vergröĂert, indem die Apsis, die sich direkt an das Zentralviereck anschloss, weiter nach Osten verlegt wurde. Der Raum zwischen Pastophorien, ursprĂŒnglich nach auĂen offen, wurde ĂŒberdacht und im Osten eine neue Hauptapsis angebaut. Sie ist halbrund und hat zwei Rundbogenfenster, die durch einen Pfeiler getrennt sind. Eines der korinthischen Apsiskapitelle ist an der SĂŒdecke erhalten, es weist stilistische Ăhnlichkeiten mit den Kapitellen der Martyrionspfeiler auf. Die RĂŒckwand ist auĂen gerade an die Enden der Pastophorien angeglichen. Die Mauertechnik aus Quadern lĂ€sst den Schluss zu, dass der Umbau nicht lange nach der Erbauung der Kirche stattfand. Der spĂ€tere Bau folgt eindeutig aus Fugen in der Ostwand, wo die Apsis an die Pastophorien anstöĂt. Auch ein Fenster vom sĂŒdlichen Nebenraum zum Altarraum, das nur sinnvoll ist, wenn dieser frĂŒher im Freien lag, belegt den nachtrĂ€glichen Umbau. Wahrscheinlich gleichzeitig mit diesem Umbau wurde unter dem Altarraum eine Zisterne von etwa den gleichen MaĂen angelegt. Sie ist in den unteren Teilen in den anstehenden Fels gearbeitet und war verputzt. Die Decke bildete ein Tonnengewölbe. Einen Einstiegsschacht fanden die AusgrĂ€ber im sĂŒdlichen Pastophorion, in der sĂŒdlichen AuĂenwand des dortigen Nebenraums war eine Wasserleitung unklarer Funktion verlegt. Die ArchĂ€ologen halten einen Zusammenhang mit möglicherweise heilkrĂ€ftigem Wasser und dazugehörigen Baderiten in den lĂ€nglichen NebenrĂ€umen fĂŒr möglich. Wahrscheinlich ebenfalls zur gleichen Zeit erhielten die Pastophorien ein Obergeschoss. Noch heute ist ein Gang erkennbar, der diese oberen Stockwerke miteinander verband.
Der zentrale Grabraum wird von Herzfeld und Guyer durch Vergleiche mit anderen Grabbauten und durch die stilistische Einordnung von Kapitellen an den Anfang des 6. Jahrhunderts datiert. FĂŒr den Bau der Basilika geben sie nach Vergleichen mit östlichen, mesopotamischen Grabkirchen die Zeit um 550 an. Ein weiterer Umbau, bei dem zwischen Chor und Martyrion eine massive, nur von einer TĂŒr durchbrochene Mauer eingezogen wurde, erfolgte ausweislich des kleinteiligen Mauerwerks und der Verwendung von zahlreichen byzantinischen Kapitellen als Spolien erst in armenischer Zeit.cite-ref-56[56]
Klosterkirche
Nochmals 300 Meter weiter westlich, wo die Via Sacra sich nach SĂŒden dem Stadttor zuwendet, liegen die Ruinen der Klosterkirche, bei Bell unter âBasilika No. 3â behandelt. Es handelt sich um einen Komplex mehrerer, zu verschiedenen Zeiten entstandener Sakralbauten mit sieben Apsiden. Diese werden von Guyer von Norden nach SĂŒden mit AâG bezeichnet. Die Ă€ltesten sind die beiden Ă€uĂeren, A und G. Sie gehörten zu zwei einschiffigen Kapellen, von denen nur wenig erhalten ist und deren Ausdehnung nach Westen nicht mehr zu ermitteln ist. Von Norden an A anschlieĂend wurde eine Basilika angebaut, deren Hauptapsis C darstellt, die von zwei SeitenrĂ€umen flankiert wurde. Daneben wurden â wegen einer geringfĂŒgigen Verschiebung in der Achse vermutlich etwas spĂ€ter â zwei Seitenschiffe errichtet, die SeitenrĂ€ume durch die Apsiden B und D ersetzt. Die Trennbögen ruhten auf SĂ€ulen, von denen bei den Grabungen noch einige Basen gefunden wurden. An der Bogenreihe zwischen Mittelschiff und sĂŒdlichem Seitenschiff kamen noch FuĂbodenreste in Opus-sectile-Technik zum Vorschein. Zur Apsis hin konnten Reste einer Chorschranke freigelegt werden. Westlich der Schiffe war ein Narthex vorgelagert, in den drei TĂŒren fĂŒhrten. Durch eine Arkadenreihe gelangte man weiter in einen lĂ€ngeren Exonarthex, der auch weiteren GebĂ€uden als Vorraum diente. FĂŒr diese Basilika nehmen die AusgrĂ€ber eine Entstehungszeit im 7. Jahrhundert an.
Etwas jĂŒnger setzen sie die folgende Kombination der Apsiden D-E-F an. Deren groĂe Zentralapsis E hat Hufeisenform und wird von einem ebensolchen Fenster durchbrochen. Davor lagen der etwa quadratische Chorraum und, durch eine Bogenreihe getrennt, ein ebenfalls quadratisches Schiff. Mit den Seitenkapellen D und F ist der Chor durch jeweils zwei Bögen verbunden, die von einem viereckigen Pfeiler getrennt werden. Der sĂŒdliche Seitenraum F hat keinen rechteckigen, sondern einer dreieckigen Grundriss, vermutlich wegen der direkt daran vorbeifĂŒhrenden Via Sacra. Die schlichte Art der Pfeilerkapitelle und der Gesimse der Apsiden weisen auf eine Entstehung in spĂ€tbyzantinischer, vielleicht auch erst in armenischer Zeit hin. Aus derselben Zeit stammen wohl auch die westlich davon stehenden Bauten, die wahrscheinlich auch als WohngebĂ€ude dienten, weshalb der Gesamtkomplex möglicherweise ein Kloster darstellt.cite-ref-57[57]
Friedhofskirche
Im Rahmen eines von Serra DurugönĂŒl initiierten und im Auftrag des Forschungsinstituts fĂŒr kilikische ArchĂ€ologie der UniversitĂ€t Mersin durchgefĂŒhrten Surveys in und um Korykos konnte die deutsche ArchĂ€ologin Gabriele Mietke 2005 etwa 200 Meter nordwestlich der Klosterkirche nahe dem Polygonalgrab (s. u. unter Grabhaus) einen weiteren Kirchenbau identifizieren. Von dem Bau sind nur wenige Reste der Grundmauern und der Apsis erkennbar, lediglich die in den anstehenden Felsen gehauene Nordwand ist bis zu einer betrĂ€chtlichen Höhe erhalten. Die Kirche war eine dreischiffige Basilika. Reste der SĂ€ulen und Kapitelle sind verstreut erhalten, durch sie kann der Bau stilistisch ins 5. Jahrhundert datiert werden. FĂŒr den Bau wurden einige vorhandene GrĂ€ber ĂŒberbaut sowie mit einigem Aufwand groĂe Mengen des Felsens abgetragen. Ein an der Nordwestecke liegendes Felsgrab wurde in den Kirchenbau integriert. Sein Innenraum wurde erheblich ausgebaut, die Decke zur Kuppel erweitert und unter anderem ein Wasserbecken eingebaut, das von einer nahegelegenen Zisterne gespeist wurde. Dies alles deutet darauf hin, dass die Kirche trotz des problematischen Bauplatzes genau an dieser Stelle errichtet wurde. Mietke vermutet in dem Grab das eines bedeutenden MĂ€rtyrers, dem mit dem Ausbau und der dem Grab vorgesetzten Kirche eine besondere Ehrung zuteilwerden sollte.cite-ref-58[58]
BegrÀbniskirche
Etwa 1,6 Kilometer östlich der Landburg stehen zwischen Strand und moderner StraĂe die Reste einer BegrĂ€bniskapelle. Sie war vermutlich einschiffig mit MaĂen von 16 Ă 9,5 Metern. Erhalten sind lediglich Teile der Apsis, wo im SĂŒdteil der Ansatz eines Bogenfensters zu erkennen ist, und spĂ€rliche Mauerreste. Aus den Fundamenten am Westende kann geschlossen werde, dass sie ĂŒber einen Narthex verfĂŒgte, vermutlich mit einem offenen Bogen als westlichem Eingang und einer TĂŒr zum Naos. Der Boden war mit Kalksteinplatten gepflastert. Die WĂ€nde bestanden aus kleinformatigen Quadern, die Apsiskuppel dagegen aus gröĂeren Blöcken. An der Nordwand sind Reste von Verputz erkennbar sowie Balkenlöcher. An der SĂŒdwestecke ist die Kirche ĂŒber einem tonnengewölbten HypogĂ€um erbaut.cite-ref-59[59]
Armenische und mittelalterliche Bauten
GroĂe armenische Kirche
Zwischen Grabeskirche und Klosterkirche steht, etwas sĂŒdlich der heiligen StraĂe, die Ruine einer weiteren Kirche. Von ihr sind nur die östlichen Teile, also Apsiden und ChorrĂ€ume, erhalten. Bei Bell wird sie als âBasilika No. 4â bezeichnet, Guyer und Herzfeld besprechen sie unter âGroĂe armenische Kircheâ. In der Mitte steht der Rest der 6,20 Meter durchmessenden Hauptapsis mit einem Rundbogenfenster und zwei seitlichen TĂŒren. Rechts und links schlieĂen sich die kleineren Nebenapsiden mit etwa 2,50 Metern Durchmesser an. Ăber die LĂ€nge der Schiffe, die in der Breite sicherlich den drei Apsiden entsprachen, ist nichts bekannt, da von den westlichen Mauern keine Reste vorhanden sind. FĂŒr die StĂŒtzen der Trennbögen zwischen den Schiffen kann von gemauerten Pfeilern ausgegangen werden, da sich von SĂ€ulen zumindest Fragmente erhalten haben mĂŒssten. Mauerreste, die nördlich und sĂŒdlich parallel zu den LĂ€ngswĂ€nden verlaufen, hĂ€lt Guyer fĂŒr Teile von Nebenkapellen. Im Osten der Apsiden schlieĂen Reste einer weiteren Mauer den Bau ab. Diese war mit der Hauptapsis ĂŒber zwei Bögen verbunden und verfĂŒgte selbst auch ĂŒber zwei Apsiden mit einem Durchmesser von etwa 3,30 Metern, die symmetrisch in den LĂŒcken zwischen den Kirchenapsiden standen. Der dadurch entstandene Raum hatte ein Obergeschoss, das an Balkenlöchern erkennbar ist. Ăber seine Funktion kann nur spekuliert werden.
Die Mauern bestehen aus den fĂŒr die armenische Architektur typischen kleinen, nur grob zugerichteten Quadern. Am gesamten Bau ist ein bemerkenswerter Mangel an Ornamentik zu erkennen. Es gibt keine Kapitelle, an den Apsiden sind keine Gesimse vorhanden, die Mauern gehen ansatzlos in die Kalotte ĂŒber. Der Apsisbogen ruht einzig auf sehr schlichten KĂ€mpferplatten. Nach dieser einfachen, schmucklosen Bautechnik wird das GebĂ€ude ins 13. Jahrhundert datiert.cite-ref-60[60]
SĂŒdwestlich der behandelten Kirchen befinden sich, im Inneren der Stadtmauer und direkt an dieser liegend, die spĂ€rlichen Reste zweier weiterer Kirchenbauten. Es handelte sich wohl um Basiliken in recht schlichter Technik, sodass sie ebenfalls in die Zeit der kleinarmenischen Herrschaft datiert werden können.cite-ref-61[61]
Landburg
â
Hauptartikel
:
Landburg von Korykos
Im Jahr 1099 baute der byzantinische Flottenkommandant im Auftrag des Kaisers Alexios I. auf der Landzunge, die in römischer Zeit das antike Zentrum der Stadt mit dem Forum bildete, eine Befestigung. Zusammen mit der gleichzeitig errichteten Burg Camardesium in Seleukia am Kalykadnos, etwa 25 Kilometer sĂŒdwestlich, sollte sie dem Reich den Seeweg nach Zypern und damit ins Heilige Land sichern. Nachdem im 12. Jahrhundert die Armenier und im 14. Jahrhundert das Königreich Zypern die Herrschaft in Korykos ĂŒbernommen hatten, wurde die Festung mehrfach ausgebaut und verstĂ€rkt. Sie besteht aus einem unregelmĂ€Ăig geformten doppelten Mauerring, in dem zahlreiche Spolien römischer GebĂ€ude verbaut sind. Im SĂŒden und Westen grenzt das Bauwerk direkt ans Mittelmeer, im Norden war sie durch sumpfiges GelĂ€nde geschĂŒtzt, sodass die stĂ€rksten Befestigungen auf der Ostseite lagen. In ihrem Innern befinden sich neben WirtschaftsgebĂ€uden die Ruinen von drei Kirchen aus wahrscheinlich armenischer Zeit. 1448 wurden Stadt und Burg von den Karamaniden, wenig spĂ€ter von den Osmanen erobert.cite-ref-62[62]
Seeburg
â
Hauptartikel
:
MĂ€dchenburg
Auf einer vorgelagerten Insel liegt etwa 600 Meter sĂŒdwestlich der Landburg die Inselfestung. Vor der Landburg sind Reste einer Mole zu erkennen, die möglicherweise die Burgen verband. Der britische Admiral Beaufort berichtete zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch von einer Plattform, vielleicht fĂŒr einen Leuchtturm, die etwa 100 Meter von der Landfestung entfernt das Ende der Mole bildete. Die Mauern der Burg verlaufen polygonal, wobei die SĂŒd- und die Westmauer rechteckig zueinander stehen und die nordöstlichen Kurtinen die Enden in einem weiten Bogen verbanden. In den Mauern sind acht TĂŒrme beziehungsweise Bastionen integriert. Sie haben zum Teil einen quadratischen und zum Teil einen runden oder halbrunden Grundriss. Ihre GesamtlĂ€nge betrĂ€gt 192 Meter. Der Zugang war in einem der halbrunden NordtĂŒrme. An der SĂŒdostecke steht noch der teilrestaurierte Donjon. Langlois berichtet von zwei heute verlorenen Inschriften an diesem Turm, von denen eine den armenischen König Leon II. als Erbauer angab. Entgegen der Meinung von Guyer und Herzfeld geht deshalb Hellenkemper davon aus, dass es keinen byzantinischen VorgĂ€ngerbau gab, und nimmt Leons Regierungszeit (1187â1219) als Baudatum an.cite-ref-63[63] Im Inneren sind wenige GebĂ€udereste zu erkennen. Neben einem Wehrgang im Westen und einer Zisterne befand sich dort eine kleine, einschiffige Kapelle.cite-ref-64[64]
Um die Inselburg rankt sich eine Legende, der sie den heutigen Namen MĂ€dchenburg (tĂŒrkisch Kız Kalesi) verdankt. Danach wurde eine Prinzessin auf die Insel verbannt, da ein Orakel ihr den Tod durch einen Schlangenbiss vorhergesagt hatte. Die Schlange ereilte sie dennoch ĂŒber einen Obstkorb.cite-ref-65[65]
Nekropolen
Die zahlreichen GrabstĂ€tten von Korykos werden in drei Abschnitte geteilt, die von Alois Machatschek, der in den 1960er Jahren eine ausfĂŒhrliche Beschreibung der Nekropolen veröffentlichte, mit âN1â, âN2â und âN3â bezeichnet wurden.cite-ref-66[66] Die Nekropole N1 beginnt nordwestlich der Landburg, heute auf der gegenĂŒberliegenden StraĂenseite, und zieht sich beiderseits der Stadtmauer einen nach Nordwesten ansteigenden, terrassenförmigen Abhang hoch. Im unteren Bereich liegen 20â30 FelsengrĂ€ber, daneben gibt es eine groĂe Anzahl von teilweise ortsfesten Sarkophagen und vor allem mehrere Hundert Chamosorien. Bei Letzteren ist der in den Felsen geschlagene Grabraum gelegentlich erweitert und mit bis zu drei Arkosolnischen ausgestattet. Nördlich von N1 verlĂ€uft ein Tal ins Landesinnere, in das sich bis 500 Meter weit die zweite Nekropole N2 erstreckt. Auch sie besteht zum gröĂten Teil aus Sarkophagen und Chamosorien sowie aus 60â70 FelsengrĂ€bern. Deren Anordnung an den unteren FelswĂ€nden des Tales veranlassten Langlois zu der blumigen Bezeichnung ânatĂŒrliches Kolumbariumâ.cite-ref-victor-langlois207-67-0[67] Im SĂŒdosten schlieĂt sich die Nekropole N3 an. Deren GrĂ€ber liegen beidseitig entlang der Via Sacra, von der Klosterkirche etwa 200 Meter bis zur Grabeskirche. Hier sind fast ausschlieĂlich Sarkophage anzutreffen, an den RĂ€ndern gibt es vereinzelte Chamosorien.cite-ref-68[68]
Die Nutzung der Nekropolen erstreckte sich ĂŒber sieben Jahrhunderte, etwa von der Zeitenwende bis ins 7. Jahrhundert.cite-ref-69[69] WĂ€hrend Sarkophage ĂŒber den gesamten Zeitraum ĂŒblich waren, entstanden FelsengrĂ€ber vornehmlich im 1. und 2. Jahrhundert, also in vorchristlicher Zeit. GrabhĂ€user waren im 2. und 3. Jahrhundert in Gebrauch.cite-ref-70[70] Von Letzteren ist in Korykos lediglich eines in Polygonalmauerwerk am nordöstlichen Hang der Nekropole N2 erhalten.cite-ref-71[71] Alle anderen wurden vermutlich beim Bau der Landburg abgetragen und weiterverwendet, da sie hervorragend geeignetes vorgefertigtes Steinquaderwerk boten.cite-ref-72[72] FelsengrĂ€ber und GrabhĂ€user stammen aus heidnischer Zeit, wĂ€hrend in der christlichen Epoche ausschlieĂlich Bestattungen in Sarkophagen oder Chamosorien stattfanden. Sarkophage aus vorrömischer Zeit konnten â ebenso wie in der weiteren Umgebung â nicht festgestellt werden, sie kamen frĂŒhestens im 1. Jahrhundert auf. Allerdings gibt es bei den meisten dieser GrĂ€ber keine Anhaltspunkte fĂŒr eine genauere Datierung. Etliche der GrabstĂ€tten sind mehrfach verwendet worden, was an nachtrĂ€glich und zusĂ€tzlich angebrachten Inschriften erkennbar ist.cite-ref-73[73]
Sarkophage
Aufbau
Bei den sarkophagartigen GrabstĂ€tten kann zwischen freistehenden Sarkophagen mit und ohne Unterbau, ortsfesten Sarkophagen und Chamosorien unterschieden werden. Bei den Sarkophagen, freistehenden ebenso wie ortsfesten, entsprechen die AuĂenmaĂe etwa dem VerhĂ€ltnis von 2:1:1 (LĂ€nge:Breite:Höhe). Die LĂ€nge variiert von 2,10 bis 2,70, die Breite von 0,90 bis 1,40 und die Höhe von 0,90 bis 1,50 Metern, wobei die ohne Unterbau etwas kleiner sind. Der Sockel enthĂ€lt gelegentlich zusĂ€tzliche HohlrĂ€ume, die mit groĂer Wahrscheinlichkeit weitere Grabkammern darstellten. Der vorwiegend schlichte Deckel hat die Form eines Satteldaches mit einer SchrĂ€ge von meist unter 30°, in ExtremfĂ€llen bis zu 45°. Das Gewicht der Deckel betrĂ€gt bei den gröĂeren Exemplaren zwei bis drei Tonnen, was auch einen Schutz gegen Grabraub bedeutet. Die MaĂe der Chamosorien sind etwas kleiner als die der Sarkophage, sie haben eine LĂ€nge von 1,50 bis 1,85 Metern und eine Breite von 0,45 bis 0,65 Metern. Die GrabrĂ€ume sind etwa 0,60 bis 1,00 Meter tief in den anstehenden Felsen gearbeitet und erweitern sich nach unten in beiden Richtungen um etwa 20 Zentimeter, wodurch bei der GröĂe des Deckels Material und somit Kosten gespart wurden. In einigen FĂ€llen ist die SchrĂ€ge gröĂer, sodass sich Raum fĂŒr zwei Bestattungen ergab. Gelegentlich treten auch kleinere Kammern mit einer LĂ€nge von 80 bis 90 Zentimetern auf, die offensichtlich fĂŒr Kinder bestimmt waren. In einigen wenigen FĂ€llen ist in Nekropole N1 der Grabraum zu einer Grabkammer vergröĂert, Ă€hnlich denen der FelsengrĂ€ber, in die arkosolartige Nischen fĂŒr drei Bestattete eingearbeitet sind.cite-ref-74[74]
Ornamentik
Der gröĂte Teil der Sarkophage und Chamosorien ist recht einfach gehalten. GrundsĂ€tzlich sind nur drei Seiten bearbeitet, die RĂŒckseite ist nur grob geglĂ€ttet. Oben und unten sind die drei Schauseiten mit Profilen begrenzt. Die meisten GrĂ€ber weisen neben Inschriften, oft in einer Tabula ansata, auf dem Deckel lediglich Symbole auf. Darunter waren ursprĂŒnglich heidnische Zeichen wie BlĂ€tter und Trauben, die aber auch spĂ€ter weiterverwendet wurden, sowie christliche Kreuze und einige jĂŒdische siebenarmige Leuchter. Auf einigen GrabstĂ€tten sind Motive aller Glaubensrichtungen gemeinsam vertreten, was zum einen auf eine lange Nutzungsdauer und zum anderen auf ein friedliches Nebeneinander der Religionen hindeutet.cite-ref-75[75]
Besser ausgestattet sind vier Girlandensarkophage und ein Erotensarkophag, alle in Nekropole N1. Die Girlanden stammen aufgrund ihrer Ăhnlichkeit wohl aus derselben Werkstatt. Es sind jeweils zwei auf der LĂ€ngs- und eine auf den Schmalseiten mit FrĂŒchten, BlĂ€ttern und Trauben verziert. Sie hĂ€ngen ĂŒber Bukranien, darunter sind GorgonenhĂ€upter zu sehen. Der ebenfalls in N1 stehende Erotensarkophag zeigt eine Szene mit mehreren Eroten um einen zentralen Krater. Sie trinken, tanzen und musizieren, einer ist betrunken, an der Seite ist ein Pan mit Syrinx abgebildet. Bemerkenswert sind auch zwei Deckel, einer nahe der Klosterkirche mit den stark zerstörten BĂŒsten eines Ehepaares und in N1 einer mit der ebenfalls nicht gut erhaltenen Skulptur eines liegenden Löwen, einem Motiv, das beispielsweise auch in Tekkadın auftritt.cite-ref-76[76]
FelsengrÀber
Aufbau
Die FelskammergrĂ€ber in den Nekropolen N1 und N2 haben mittig in der Fassade einen Eingang mit einer Breite zwischen 60 und 70 Zentimetern und einer Höhe von 1,00 bis 1,20 Metern. Die TĂŒr war mit Steinblöcken von bis zu 700 Kilogramm verschlieĂbar, die Blöcke wurden oft in der Umgebung gefunden. Die TĂŒrschwelle liegt auf der Höhe des FuĂbodens der Grabkammer. Die Kammer selbst ist im Allgemeinen quadratisch mit SeitenlĂ€ngen zwischen zwei und drei Metern und hat eine flache, etwa mannshohe Decke. Im Inneren ist die TĂŒrwand freigehalten, an den anderen Seiten sind meist 60â80 Zentimeter ĂŒber dem Boden Arkosolnischen in die WĂ€nde gearbeitet mit einer LĂ€nge von 1,80â2,10 und einer Tiefe von 0,80â1,00 Metern. Eine Ausnahme bilden einige Kammern, in denen die Toten auf umlaufenden BĂ€nken bestattet wurden. Bei diesen sind die LĂ€ngenmaĂe etwas geringer. In beiden FĂ€llen sind erhöhte Kopfauflagen zu beobachten. In N2 hat die Mehrzahl der GrĂ€ber an den Seiten zwei ĂŒbereinanderliegende Grabnischen, gelegentlich zusĂ€tzlich tiefere Nischen, die, durch eine Leiste getrennt, zwei Personen aufnehmen konnten. AuĂer einigen kleinen Nischen fĂŒr die Aufnahme von Opfergaben ist keine weitere Innenausstattung vorhanden.cite-ref-77[77]
Da die GrĂ€ber aus dem vorhandenen schrĂ€gen GelĂ€nde herausgearbeitet werden mussten, ergab sich davor meist ein dreiseitig begrenzter Hof. Dieser bildete, neben der symbolischen Bedeutung als Wandelhalle der Bestatteten, sicherlich auch den Platz fĂŒr das Totenmahl und andere Riten. Darauf weisen bei manchen GrĂ€bern BĂ€nke hin, ebenso wie Spuren von Ăberdachungen.cite-ref-78[78]
Fassaden
Die Fassaden der GrĂ€ber sind etwa 3â4 Meter breit geglĂ€ttet. Ihr Hauptgestaltungselement sind die TĂŒren, die in einer allgemein rechteckigen, in N2 vorwiegend halbkreisförmigen Nische liegen. Die Nische mit abgeschrĂ€gten Kanten diente der Aufnahme der Verschlusssteine. Elemente, die Architektur nachahmen, wie bei anderen, zum Beispiel lykischen FelsgrĂ€bern sind nicht vorhanden. Ăhnlich wie bei den Sarkophagen gibt es nur in AusnahmefĂ€llen bildliche Darstellungen wie PortrĂ€tbĂŒsten der Verstorbenen. Den gröĂten Teil der Ornamentik stellen neben den Inschriften wiederum Symbole dar, die hier ĂŒberwiegend heidnischer Herkunft sind. Dazu gehören hauptsĂ€chlich reliefierte AltĂ€re, ĂŒber denen eine kleine halbrunde Nische der Aufnahme von Lampen oder Opfern diente. Die Höhe der Lampennischen variiert stark von 0,10 bis 1,00 Meter. Weitere Symbole sind Weintrauben, Efeuranken, Körbe, KrĂ€nze, Fackeln sowie ein Paar HĂ€nde, die eine Unheil abwehrende Funktion haben sollen.cite-ref-79[79] Verschiedene GrĂ€ber zeigen im Rahmen einer spĂ€teren Nachnutzung auch christliche Kreuze.cite-ref-80[80]
Grabhaus
Das einzige erhaltene Grabhaus von Korykos liegt am östlichen Ende der Nekropole N2. Der untere Teil ist wie bei einem Felsengrab mit einer umlaufenden Bank in den anstehenden Felsen gehauen. Der Oberteil des Bauwerks ist in bossiertem Polygonalmauerwerk errichtet. Die Steine haben MaĂe von zwischen 60 und 80 Zentimetern bei einer Ă€hnlichen StĂ€rke. Auf dem TĂŒrsturz ist eine Inschrift aus christlicher Zeit eingemeiĂelt, die einen Paulus und seine Frau Georgia als die Bestatteten angibt.cite-ref-81[81] Das Relief eines Grabaltars an der östlichen Seitenwand belegt jedoch ebenso wie die alte Mauertechnik, dass der Bau aus frĂŒheren Zeiten stammt.cite-ref-82[82]
Inschriften
Die ĂŒber 700 Inschriftencite-ref-83[83] der GrĂ€ber von Korykos, davon ĂŒber 500 aus christlicher Zeit,cite-ref-84[84] sind, vor allem von Keil und Wilhelm, sehr gut dokumentiert. Heberdey und Wilhelm bezeichneten sie als âunertrĂ€glich langweiligâ,cite-ref-85[85] da sie, neben der Bezeichnung ÏÏΌαÏοΞΟÎșη somatotheke oder verkĂŒrzt nur ΞΟÎșη theke (griechisch fĂŒr âGrabmalâ), weitgehend nur Namen und Berufe der Bestatteten wiedergeben. Sie sind fast ausschlieĂlich in Griechisch ausgefĂŒhrt und meist stark verwittert und schlecht lesbar. Bei einigen sind FlĂŒche gegen GrabschĂ€ndung mit Androhung der zu erwartenden Strafzahlungen angegeben. In keinem Fall enthalten sie Jahreszahlen und nur selten Herrschernamen oder andere fĂŒr eine Datierung nötige Angaben.cite-ref-86[86]
Durch die Berufsnennung geben sie jedoch ein gutes Bild der Bevölkerungsstruktur des Ortes. Ăhnlich wie im westlich benachbarten Korasion gab es zahlreiche Ăl- und WeinhĂ€ndler, des Weiteren Textilverarbeiter sowie FĂ€rbereien und Reinigungsbetriebe. In einem Berufsverein waren Geldwechsler organisiert. Als Handelszentrum war auch der Hafen der Stadt von Bedeutung. Unter den entsprechenden Berufen waren Reeder, Segelflicker, Matrosen, Hafenarbeiter und Schiffszimmerleute vertreten. In einem weiteren Verein waren die Hersteller von Leinen fĂŒr die Segelherstellung zusammengeschlossen.cite-ref-87[87]
Kriegerrelief
Etwa 100 Meter nordwestlich der Landburg, auf der gegenĂŒberliegenden Seite der modernen StraĂe ist bei den dortigen GrĂ€bern das Felsrelief eines Kriegers zu sehen. Die frontal dargestellte Figur ist 1,80 Meter groĂ. Die Beine stehen weit auseinander, die Schultern sind blockartig breit. Die rechte Hand hĂ€lt eine Lanze, mit der linken hĂ€lt er ein am GĂŒrtel hĂ€ngendes Schwert. Bekleidet ist der Soldat mit einem kurzen Chiton, dessen Falten bis zum GĂŒrtel schrĂ€g zusammenlaufen. Serra DurugönĂŒl schlĂ€gt aufgrund stilistischer Vergleiche mit den weiteren von ihr untersuchten Felsreliefs im Rauen Kilikien eine Datierung der Darstellung ins 1. Jahrhundert n. Chr. vor.cite-ref-88[88]
BerĂŒhmte BĂŒrger
âą Procopius (um 326â366), römischer Gegenkaiser
âą Hethum von Korykos (1230/45ânach 1308), armenischer Geschichtsschreiber.
âą Oschin von Korykos, Regent von Kleinarmenien (1320â1329)
Literatur
âą Rudolf Heberdey, Adolf Wilhelm: Reisen in Kilikien 1891â1892 (= Denkschriften der Akademie der Wissenschaften. Band 44, 6). Wien 1896, S. 67â70 (Digitalisat).
âą Josef Keil, Adolf Wilhelm: DenkmĂ€ler aus dem rauhen Kilikien. (= Monumenta Asiae Minoris Antiqua. Band 3). Manchester 1931, S. 122â213.
⹠Ernst Herzfeld; Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstÀtten des Rauhen Kilikiens. (= Monumenta Asiae Minoris Antiqua. Band 2). Manchester 1930.
âą Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien (= Denkschriften Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften. Band 96; = Tituli Asiae minoris ErgĂ€nzungsbĂ€nde. Band 2). Böhlau, Wien 1967.
âą Theodora Stillwell MacKay: Korykos Rough Cilicia, Turkey. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3 (englisch, perseus.tufts.edu).
âą Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens (= Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 242â249.
âą Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315â320.
âą Stephen Hill: The Early Byzantine Churches of Cilicia and Isauria. (= Birmingham Byzantine and Ottoman Monographs Band 1), University of Birmingham 1996, ISBN 0860786072, S. 115â147 Abb. 17â23 Taf. 33â59.
âą Jon C. Cubas Diaz: Das Sepulkralwesen im Rauen Kilikien am Ende der Antike â FunerĂ€rarchĂ€ologie und Grabepigraphik einer spĂ€tantiken Landschaft (= Asia Minor Studien. Band 98). Habelt, Bonn 2021, ISBN 978-3-7749-4280-6, S. 55â71.
Weblinks
Commons
: Korykos
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Peter Pilhofer: Korykos
âą Burg Kizkalesi (Memento vom 14. Januar 2012 im Internet Archive) (deutsch)
âą Korykos and Kizkalesi (englisch)
Einzelnachweise und Anmerkungen
cite-note-11. â Ancient City of Korykos
cite-note-22. â Kai Trampedach: Tempel und GroĂmacht: Olba in hellenistischer Zeit. In: Ăric Jean, Ali M. Dinçol, Serra DurugönĂŒl (Hrsg.): La Cilicie. Espaces et pouvoirs locaux (2e millĂ©naire av. J.-C. â 4e siĂšcle ap. J.-C.). = Kilikia. MekĂąnlar ve yerel GĂŒĂ§ler (M.Ă. 2. binyıl â M.S. 4. YĂŒzyıl) (= Varia Anatolica. Band 13). Institut français dâĂ©tudes anatoliennes dâIstanbul u. a., Beyoglu-Istanbul u. a. 2001, ISBN 2-906053-64-3, S. 270.
cite-note-33. â Serra DurugönĂŒl: TĂŒrme und Siedlungen im Rauhen Kilikien. (= Asia Minor Studien. Band 28). Rudolf Habelt, Bonn 1998, ISBN 3-7749-2840-1, S. 94.
cite-note-44. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315.
cite-note-55. â Strabons Geographika, Buch XIV, S. 105
cite-note-66. â Serra DurugönĂŒl: Die Felsreliefs im Rauhen Kilikien. (= BAR International Series. 511). BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86954-652-7, S. 58.
cite-note-77. â Serra DurugönĂŒl: Die Felsreliefs im Rauhen Kilikien. (= BAR International Series. 511). BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86954-652-7, S. 58â64.
cite-note-88. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 128â130.
cite-note-forlanini-99. â Massimo Forlanini: How to infer Ancient Roads and Intineraries from heterogenous Hittite Texts: The Case of the Cilician (Kizzuwatnean) Road System. In: Kaskal. Bd. 10, 2013, S. 27.
cite-note-1010. â Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens (Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 242.
cite-note-sir-francis-beaufort-1111. â Sir Francis Beaufort: Karamania, Or, A Brief Description of the South Coast of Asia-Minor and of the Remains of Antiquity With Plans, Views, &c. Collected During a Survey of that Coast, Under the Orders of the Lords Commissioners of the Admiralty, in the Years 1811 & 1812. R. Hunter, (successor to Mr. Johnson,), 1817, S. 232â239 (Digitalisat).
cite-note-1212. â LĂ©on de Laborde, Alexandre de Laborde: Voyage de lâAsie mineure. Didot, Paris 1838, S. 132â134 (Digitalisat).
cite-note-victor-langlois2-1313. â Victor Langlois: Voyage dans la Cilicie et dans les montagnes du Taurus exĂ©cutĂ© pendant les annĂ©es 1851â1853 ... B. Duprat, 1861, S. 193â219 (Digitalisat).
cite-note-1414. â Louis Duchesne, Maxime Collignon: Sur un voyage archĂ©ologique en Asie Mineure In: Bulletin de correspondance hellĂ©nique 1, 1877, S. 361â373 (Digitalisat).
cite-note-1515. â Louis Duchesne: Les NĂ©cropoles chrĂ©tiennes dâIsaurie In: Bulletin de correspondance hellĂ©nique 4. 1880, S. 195â205 (Digitalisat).
cite-note-1616. â James Theodore Bent: A Journey in Cilicia Tracheia In: The Journal of Hellenic Studies. 12 1891, S. 206â224.
cite-note-1717. â Edward L. Hicks: Inscriptions from Western Cilicia. In: The Journal of Hellenic Studies. 12, 1891, S. 225â273.
cite-note-1818. â Rudolf Heberdey, Adolf Wilhelm: Reisen in Kilikien 1891â1892 (= Denkschriften der Akademie der Wissenschaften. Band 44, 6). Wien 1896 S. 67â70.
cite-note-1919. â Gertrude Bell: Notes on a Journey throug Cilicia and Lycaonia. In: Revue archĂ©ologique. 4. Serie, Band 8, (Juillet-DĂ©cembre 1906) S. 7â36.
cite-note-2020. â Ernst Herzfeld: Eine Reise durch das westliche Kilikien In: Petermanns Geographische Mitteilungen 1909/2 S. 25â34.
cite-note-2121. â Roberto Paribeni, Pietro Romanelli: Studii e ricerche archeologiche nellâAnatolia meridionale In: Monumenti Antichi. Band 23, 1914, S. 1â274.
cite-note-2222. â Josef Keil, Adolf Wilhelm: DenkmĂ€ler aus dem rauhen Kilikien. (= MAMA 3), Manchester 1931, S. 192 Nr. 122â213
cite-note-2323. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien, Wien 1967.
cite-note-2424. â Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens (= Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 242â249.
cite-note-2525. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315â320.
cite-note-2626. â Hansgerd Hellenkemper, Friedrich Hild: Neue Forschungen in Kilikien. (= Veröffentlichungen der Kommission fĂŒr die Tabula Imperii Byzantini. Band 4). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1986, ISBN 3-7001-0771-4.
cite-note-2727. â Robert L. Vann: A Survey of Ancient Harbors in Rough Cilicia: The 1995 Season at Korykos In: AraĆtırma sonuçları toplantısı. Band 14, Ankara 1996, Eski Eserler ve MĂŒzeler Genel MĂŒdĂŒrlĂŒÄĂŒ S. 259â271.
cite-note-2828. â KORYKOS (Kızkalesi) Arkeolojik YĂŒzey AraĆtırması (Memento des Originals vom 11. April 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.mersin.edu.tr
cite-note-2929. â Livius, Ab Urbe condita 33, 20.
cite-note-3030. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Böhlau, Wien 1967, S. 13 f.
cite-note-3131. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 91.
cite-note-3232. â Cicero, ad Familiares 12, 13.
cite-note-3333. â Livius, Ab Urbe condita 33, 20.
cite-note-3434. â Plinius, Naturalis historia 5, 92.
cite-note-hellenkemper-3535. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien. (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315â320.
cite-note-3636. â Josef Keil, Adolf Wilhelm: DenkmĂ€ler aus dem rauhen Kilikien. Manchester 1931, S. 122â129.
cite-note-sviatoslav-dmitriev-3737. â Sviatoslav Dmitriev: City Government in Hellenistic and Roman Asia Minor. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-534690-4, S. 213 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-3838. â Nach Herzfeld S. 92 wurde die Burg bereits 1099 von Eustathios erbaut, was aber von Hild/Hellenkemper S. 319 korrigiert wird.
cite-note-victor-langlois-3939. â Victor Langlois: Voyage dans la Cilicie et dans les montagnes du Taurus: exĂ©cutĂ© pendant les annĂ©es 1851â1853 ... B. Duprat, Paris, 1861, S. 215 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-4040. â Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens. (= Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 244â245.
cite-note-4141. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 93.
cite-note-4242. â Oppian, Halieutika 3,205â210.
cite-note-4343. â The Luwian Population Groups of Lycia and Cilicia Apera During the Hellenistic Period. S. 242 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-4444. â Serra DurugönĂŒl: Die Felsreliefs im Rauhen Kilikien. (= BAR International Series 511). BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86954-652-7, S. 142â143.
cite-note-4545. â Margaret H. Williams: The Jewish Community of Corycus: Two More Inscriptions In: Zeitschrift fĂŒr Papyrologie und Epigraphik, Band 92, (1992) S. 248â252.
cite-note-4646. â Serra DurugönĂŒl, Ahmet Mörel: Evidence of Judaism in Rough Cilicia and its Associations with Paganism. In: Istanbuler Mitteilungen. 62, 2012, S. 303â322.
cite-note-4747. â Margaret Williams: Jews in a Graeco-Roman Environment. Band 312 von Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, Mohr Siebeck, 2013, ISBN 978-3-16-151901-7, S. 237â247.
cite-note-4848. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 173â176.
cite-note-4949. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 91.
cite-note-5050. â Robert L. Vann: A Survey of Ancient Harbors in Rough Cilicia: The 1995 Season at Korykos In: AraĆtırma sonuçları toplantısı, Band 14. Ankara 1996 Eski Eserler ve MĂŒzeler Genel MĂŒdĂŒrlĂŒÄĂŒ S. 264.
cite-note-5151. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Böhlau, Wien 1967, S. 21.
cite-note-5252. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930 S. 94â108.
cite-note-5353. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 109â110.
cite-note-5454. â Gertrude Bell: Notes on a Journey throug Cilicia and Lycaonia. In: Revue ArchĂ©ologique. 4. Serie, Band 8, (Juillet-DĂ©cembre 1906) S. 7â36.
cite-note-5555. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 112â126.
cite-note-5656. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 126â150.
cite-note-5757. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 154â161.
cite-note-5858. â Gabriele Mietke: Monumentalisierung christlicher Heiliger in Kilikien in frĂŒhbyzantinischer Zeit. In: Olba. Bd. 17, 2009, S. 117â140, hier S. 130f. Abb. 7â10 (Digitalisat); Jon C. Cubas Diaz: Das Sepulkralwesen im Rauen Kilikien am Ende der Antike â FunerĂ€rarchĂ€ologie und Grabepigraphik einer spĂ€tantiken Landschaft (= Asia Minor Studien Band 98). Habelt, Bonn 2021, ISBN 978-3-7749-4280-6, S. 59â60.
cite-note-5959. â Stephen Hill: The Early Byzantine Churches of Cilicia and Isauria. (= Birmingham Byzantine and Ottoman Monographs Band 1). University of Birmingham 1996, ISBN 0860786072, S. 143â144 Abb. 17â23 Taf. 53â54.
cite-note-6060. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 150â154.
cite-note-6161. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 110.
cite-note-6262. â Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens. (= Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 242â249.
cite-note-6363. â Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien. Studien zur historischen Siedlungsgeographie SĂŒdost-Kleinasiens. (= Geographica historica. Band 1). Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1205-X, S. 242â249.
cite-note-6464. â Ernst Herzfeld, Samuel Guyer: Meriamlik und Korykos. Zwei christliche RuinenstĂ€tten des Rauhen Kilikiens. Manchester 1930, S. 165.
cite-note-6565. â Marianne Mehling (Hrsg.): Knaurs KulturfĂŒhrer in Farbe TĂŒrkei. Droemer-Knaur, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-426-26293-2, S. 375.
cite-note-6666. â Keil/Wilhelm verwenden A, B und C
cite-note-victor-langlois207-6767. â Victor Langlois: Voyage dans la Cilicie et dans les montagnes du Taurus exĂ©cutĂ© pendant les annĂ©es 1851â1853 ... B. Duprat, Paris, 1861, S. 207 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-6868. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 25â26.
cite-note-6969. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 16, 21.
cite-note-7070. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 21.
cite-note-7171. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 65.
cite-note-7272. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien. (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 317.
cite-note-7373. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 46â48.
cite-note-7474. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 34â43.
cite-note-7575. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 23â24.
cite-note-7676. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 38â40.
cite-note-7777. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 49â52.
cite-note-7878. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 54â55.
cite-note-7979. â Serra DurugönĂŒl: Die Felsreliefs im Rauhen Kilikien. (= BAR International Series Band 511). BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86954-652-7, S. 112.
cite-note-8080. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 52â54.
cite-note-8181. â Josef Keil, Adolf Wilhelm: DenkmĂ€ler aus dem rauhen Kilikien. Manchester 1931, S. 192 Nr. 648.
cite-note-8282. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 65â67.
cite-note-8383. â Josef Keil, Adolf Wilhelm: DenkmĂ€ler aus dem rauhen Kilikien. Manchester 1931, S. 192 Nr. 122â213.
cite-note-8484. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315.
cite-note-8585. â Rudolf Heberdey, Adolf Wilhelm: Reisen in Kilikien 1891â1892 (= Denkschriften Wien 44/6). Wien 1896, S. 50.
cite-note-8686. â Alois Machatschek: Die Nekropolen und GrabmĂ€ler im Gebiet von Elaiussa Sebaste und Korykos im rauhen Kilikien. Wien 1967, S. 23.
cite-note-8787. â Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien. (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1811-2, S. 315â316.
cite-note-8888. â Serra DurugönĂŒl: Die Felsreliefs im Rauhen Kilikien. (= BAR International Series 511). BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86954-652-7, S. 28, 100, 103.